
Letzte Woche fand das Ars Electronica Festival in Linz statt. Dort verweben sich Lebewesen und Maschine auf eine so mühelose und konstruktive Art und Weise, wie ich es bisher an keinem anderen Ort erlebt habe.
Das Zentrum des Festivals bildet das Ars Electronica Center, ebenfalls ein Ort, der mit einem Wort nicht gerecht beschrieben werden kann. Die Institution trägt viele Eigenschaften die eines Museeums, eines Workspaces, eines Eventcenter, eines Kinos, eines Gartens, eines Labors u.n.v.m. Die Überschrift des diesjährigen Festivals war: »Negotiating Humanitiy«.
Dazu wurden über 5 Tage Konferenzen, Preformances, Workshops und Ausstellungen angeboten.
Einer der spannendsten Beiträge zum Thema Dystopien und dem aktuellen Tech-Bro-Topia ist meiner Ansicht nach dieser Panel-Talk.
Leider kam ich erst am Freitag dort an und konnte deshalb an vielen der Konferenzen gar nicht mehr teilnehmen.
Dafür konnte ich mein Festival aber mit der Friday-Nightline starten. Es war ein unglaublich gut kuratierter Abend mit sehr unterschiedlichen Künstler:innen, unter anderem auch Arthur Hnatek (https://arthurhnatek.bandcamp.com/album/why-so-much-hope) und Yao Bobby x Simon Grab (https://yaobobbysimongrab.bandcamp.com/). Ihre Darbietungen haben mich sehr beeindruckt und gezeigt, dass Kunst eben auch Charakter und ein wenig Exzentrik benötigt.
Dieser Faden der Exzentrik, Liebe zum Detail, Unberechenbarkeit und tiefen Menschlichkeit wurde dann am Samstag beim Festival-Walk von vielen Exponaten wieder aufgegriffen. Es wurde nicht nur darüber diskutiert, was Menschlichkeit bedeutet, sondern es wurden auch gezielt Exponate ausgewählt, die zeigen, wozu Menschen fähig sind. Im Guten wie im Schlechten.
Warum im Guten wie im Schlechten? Nun, es wurde nicht nur Kreativität und Menschlichkeit gefeiert. Es gab auch Preisträger:innen. Das Kollektiv Forensic Architecture erstellte beispielsweise eine interaktive Karte, aus der die systematische Zerstörung Gazas durch Israel sehr detailliert abgeleitet wird. Dazu gibt es auch diese Webseite: https://forensic-architecture.org/.
Im Guten gab es den »Deer Hunter« von Andrew Herzog: https://www.andrewherzog.com/deer-hunter-screening-ars-electronica-festival. Es handelt sich um eine Videokollage aus Archivmaterial, eine Erinnerung an ein Familienmitglied, ein Ode an die Hoffnung für ein Neugeborenes und eine Warnung an die Gesellschaft.
In der Grauzone befindet sich die „Mechanical Kurds” von Hito Steyerl: https://ars.electronica.art/aeblog/de/2026/06/09/die-menschen-hinter-der-maschine/.
Ich könnte noch 30 weitere Arbeiten auflisten, denn es war ein wirkliches Meer an beeindruckenden Arbeiten, die Angebote machten zu reflektieren, wohin wir mit unserer Technologieentwicklung eigentliche möchten und ob wir die Leitplanken als Menschen selbst setzen möchten, oder ob wir wirklich die Technologie an vielen Stellen weiterhin sich selbst überlassen wollen.
Abschließen will ich aber nun mit einem Projekt, dass die Luft, die wir atmen miteinbezieht: »Olfactopolitics« – The Air as a Medium: Maki Ueda. Es gibt Hunde im Video 🙂

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